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Aufgrund der anhaltenden politischen Unruhen im Spätsommer 2008 entschieden
wir uns Ostbolivien zu meiden. Mit Blick auf die landesweiten Straßenblockaden
zogen wir das Flugzeug vor, um nach Sucre in Zentralbolivien zu kommen.
Obwohl Sucre bereits seit der Zeit der Konquistadoren Hauptstadt (1538)
ist, stellt es sich als ein ruhiges Provinzzentrum mit einigen
historischen Kolonialbauten dar. Die quirlige Kapitale La Paz mit dem
Regierungssitz ist weit entfernt. Sucre ist dagegen eher eine ländliche
Stadt, in der man mit Ruhe bummeln und sich ausruhen kann. Mit rund 2800 m
Höhe hat es stets ein angenehmes Klima zwischen 12-24°C. Seine Bedeutung
hatte Sucre einst als Verwaltungsstadt insbesondere wegen dem nicht weit
entfernten Potosi mit dessen Gold- und Silberminen. Deshalb wurde hier
auch von den Spaniern eine der ersten Universitäten Südamerikas
gegründet. Nach und nach verlor Sucre aber ab dem 19.Jh. alle
Hauptstadtfunktionen an La
Paz.
Einmal
im Jahr allerdings, jeweils am 8. September, zieht die Stadt die ganze
Aufmerksamkeit des Landes auf sich. Auf allen nationalen Fernsehkanälen
wird von der Fiesta de la Virgen de
Guadelupe berichtet. Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht
ziehen Gruppen aus der ganzen Region mit tradi- tionellen Quechua-Liedern und
Musik in historischen Trachten durch die
Stadt. Am Plaza Mayo vor der Kathedrale wird bei der
Prozession der Stadtheiligen gehuldigt. Das Bildnis der Madonna ist dem im
Kloster Guadelupe in Spanien nachempfunden und ist mit unschätzbaren Werten
bedeckt, die von Pilgern aus ganz Südamerika im Laufe der Jahrhunderte
gestiftet wurden.
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