|
|
....
Von Arica nach Santiago de Chile sind es über
2000 km mit dem Bus. Nahezu endlos schlängelt sich die Panamericana,
manchmal stundenlang schnurgerade, zwischen Küste und den westlichen
Kordillieren der Anden, durch eine einsame meistens trockene und beinahe
menschenfeindliche Atacama-Wüste. Nur wenige Minenstädte zur
Kupfergewinnung und anderer Mineralien unterbrechen die Einöde. Nach
einem der seltenen Regenfälle scheint die Natur in wenigen Tagen zu
explodieren und die Wüste bedeckt sich mit einem Teppich von Gewächsen
und Blüten, die sonst wie scheinbar vertrocknet im Sand oder Fels liegen.
Wir hatten
Glück dieses in La Serena zu erleben, wo
nördlich von Santiago de Chile die Atacama
endet. Auch für die Chilenen ist es ein
seltenes Naturspektakel, sie fahren in die Wüste um die seltene Blütenpracht
zu genießen. Manchmal dauert es Jahre bis die Wüste wieder zur Blüte
kommt. La Serena gilt als Badeort, aber der nahe vorbei fließende
Humboldt-Strom (4-7°C) hält die Begeisterung zum Schwimmen im Meer in
Grenzen. Die größte Attraktion der Gegend ist das 78km nördlich
gelegene Reserva Nacional Pingüino de Humboldt. Im 860 Hektar großen
Reservat mit vorgelagerten Inseln kann man Zigtausende Meeresbewohner und
Vögel sehen. Darunter die seltenen Humboldt-Pinguine.
Ein stabiler Magen vorausgesetzt kann man mit kleinen, wackligen
Nussschalen zu
den wellenumbrandeten, schroffen Inseln hinausfahren und die Tier- und
Vogelwelt bewundern. Der von der Arktis kommende, wegen seiner Kälte
sauerstoffreiche Humboldt-Strom, stellt mit seinem Fischreichtum ihr Überleben
sicher. Er gilt (noch, wie lange?) als fisch- und artenreichstes Gewässer
der Erde, wenn auch durch den Klimawandel und die exzessive Überfischung bedroht.
|
|