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Mit dem einwöchigen Besuch von Rapa Nui erfüllten wir uns
einen Kindheits- und Jugendtraum, von dem wir beide nicht glaubten, dass
wir diesen Punkt am anderen Ende der Welt einmal erreichen würden. Wie
viele hatten wir früher Thor
Hyerdahls Kon Tiki und Aku Aku gelesen und von fernen Zielen geträumt. Heute hat die Reise
von 3700 km über das Meer nichts Abenteuerliches mehr. Wöchentlich macht die chilenische LAN
bei ihren Flügen von Santiago de Chile nach Tahiti und Australien einen
Zwischenstop auf der Insel . Die Amerikaner haben den dortigen Flugplatz
in Hanga Roa, dem
einzigen Ort der Insel, im Rahmen des Vietnam-Krieges für
Langstreckenflugzeuge ausgebaut. Hanga Roa scheint nur bei den
Ankünften der LAN aus seiner dörflichen Lethargie zu erwachen. Außerhalb der
Saison verlieren sich auch die wenigen Touristen auf der Insel. Wir hatten
zudem Glück bei Einheimischen eine landestypische einfache Herberge (Casa
Ana Rapu) in einem tropischen
Fruchtgarten zu finden.
Obwohl seit 1888
chilenisches Gebiet ist Rapa Nui weiterhin eher eine polynesische Insel
und hat nur wenig Südamerikanisches. Die Ureinwohner wurde im
18.Jahrhundert von den Konquistadoren verschleppt und sie mussten als Sklaven
oder Zwangsarbeiter in den Minen und Guano-Feldern von Peru und Bolivien
arbeiten. Die Arbeitsbedingungen und für sie unbekannte
Infektionskrankheiten führte beinahe zu einer vollständigen Ausrottung der
polynesischen Urbevölkerung. Man kann die Insel mit ihren vielen
Moais
(Statuen) auf den Ahus (sakrale Steinplattformen) zwar locker an einem Tag bei
einer organisierten Rundreise oder mit dem Auto besichtigen, sollte aber das
Eiland (nur 24 auf 16 km) erwandern und mit dem Fahrrad erkunden, um die einzigartige Atmosphäre aufzunehmen. Obwohl viele der
Moais mit ihren geheimnisvollen Gesichtsausdrücken von den
Tsunamis der
letzten Jahrhunderte umgeworfen wurden, sind aber die wichtigsten immer
wieder (zum Teil mehrmals) aufgerichtet worden. Wer Rapa Nui
besuchen möchte, sollte dieses bald machen: Amerikanische Investoren
haben bereits zur Pinochet-Zeit große Teile der Insel gekauft und wollen
jetzt ein elitäres Jetset-Ziel mit Jachthafen, Spielcasinos und
Luxushotels errichten.
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