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Dharamsala
oder besser gesagt der höher gelegene Ortsteil McLeod
Ganj ist eines der reizvollsten und meistbesuchten Reiseziele von Nordindien. Lebt und arbeitet doch hier der vor über
50
Jahre aus Tibet geflüchtete 16. Dalai Lama mit seiner
Exilregierung.
Seitdem hat sich die ehemalige Sommerfrische der britischen Kolonialherren
in eine tibetische Enklave verwandelt. Dreiviertel der 4000 Einwohner
sind geflüchtete Tibeter und Ihre Nachkommen. Sie und Ihre kulturellen
Symbole prägen das Ortsbild und die ganze Gegend. Viele von Ihnen
sind bereits vor Jahrzehnten, zum Teil schon als Kinder, über die Berge des
Himalaya vor den Chinesen nach Indien geflüchtet. Die Berichte und
Bücher über diese Todesmärsche - meistens im Winter wenn die Bäche
noch gefroren sind - füllen Regalwände. Noch heute empfängt der Dalai Lama einmal im Monat
neu angekommene Flüchtlinge aus Tibet. Das gut eingerichtete Museum
in McLeod Ganj vermittelt einen umfassenden Eindruck über die
Leidensgeschichte der Tibeter. In McLeod Ganj unterhält die tibetische Exilregierung mit Hilfe internationaler Sponsoren eine Schule
mit Internat für ca. 2000 Kinder. Darunter auch ein extra Gebäude nur
für zukünftige Mönche, die von den anderen Kindern getrennt beschult
und erzogen werden. Es gibt acht Schulzentren und auch Universitäten für
Exil-Tibeter in Indien. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war ein verheerendes
Erdbeben in Tibet, was natürlich hier mit besonderer
Anteilnahme auf den täglichen Wandzeitungen verfolgt wurde.
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