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Die
meisten Besucher, die zwischen Cusco und La Paz/Bolivien reisen, nehmen
den östlichen Ast der Panamericana, die hier in den Zentralanden über den
Altoplano auf einer Höhe zwischen 3500 m und
4500 m durch eine abwechslungsreiche Landschaft führt. Die
gesamte Hochebene ist eine einzige archäologische und kulturhistorische
Schatzkammer, die eine Vielzahl von geheimnisvollen Überresten alter
Andenvölker bewahrt. Während auf der
peruanischen Seite die Panamericana mehr und mehr ausgebaut ist und ein
hervorragendes öffentliches Bussystem anbietet, ist der bolivianische
Abschnitt wie meistens in diesem Andenstaat teilweise in einem
katastrophalen Zustand. Als Zwischenstop bieten sich Puno/Peru oder
Cobacabana/Bolivien an. Die beiden Orte am Titicaca-See sind zwar nicht
sonderlich reizvoll, haben aber eine schöne Lage direkt am See und
eine gute Infrastruktur für eine mehrtägige Unterbrechung. Besonders die
Besuche der verschiedenen Inseln in dem in 3800 m Höhe gelegenen See sind
unvergesslich. Bei klarem Wetter grüßen auf der bolivanischen Uferseite
schneebedeckte Bergketten mit den über 6000 m hohen Spitzen. Puno im
Nordwesten des Titicaca-Sees ist eine spanische Gründung in der
Nach-Inka-Zeit, als Verkehrsknotenpunkt zwischen peruanischen und
bolivanischen urbanen Zentren. Am zentralen Plaza de Armas mit der
Kathedrale aus dem 1800 Jahrhundert ist eine Fußgängerzone in
der indogene
Souvenirs und Handarbeiten angeboten werden. Darunter viel Gestricktes
für die kühlen Abende. Die Stricksachen haben meistens die traditionellen Muster und
Farben und sind aus Lama- oder Alpaka-Wolle gefertigt. Wenn die Sonne
untergegangen ist, kann es in dieser Höhe am See empfindlich kalt und frostig
werden.
Die Hauptziele von
Puno aus sind die "schwimmenden Inseln" der Uros und die
Isla Taquile, die Insel der "strickenden Männer". Vom
bolivianischen Copacabana werden Isla del Sol und Isla de la Luna als
Trecking-Ziele geschätzt. Das Volk der echten Uros ist wahrscheinlich
schon in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Die
heutigen Bewohner mit ihren leichten Totora-Booten (balsas) sind
als Mestizen Nachfahren der Aymara und Quechua, und leben fast durchweg vom
Tourismus. Einstmals lebten die Uros nur auf Ihren floßähnlichen,
verankerten Schilfinseln von Totora-Schilfstengeln und vom Fischfang und
waren nahezu autark. So konnten sie ihre Unabhängigkeit auch gegen die
Inkas in Cusco bewahren. Auch heute noch sind die Inseln aus
verschnürten Schilfrohrbündeln gebaut und müssen alle sechs Monate
ausgewechselt werden, da sie sich mit Wasser vollsaugen , schwerer werden
und zu sinken beginnen. Einzelne Inseln sind
bis zu 100 Quadratmeter groß und ganze Inselgruppen sind als
zusammenhängende Einheiten miteinander vertäut. Die Insel Taquile, die
man zusammen mit den Uros an einem Tag besuchen kann, ist fünf Kilometer
lang und über einen Kilometer breit. Man kann sie leicht an einem Tag
umwandern und den Hauptort im Inselinnern besuchen. Trotz den vielen
Touristen, die die Insel täglich ansteuern, haben die Bewohner ihre
strengen Sitten und traditionellen Lebensformen bewahrt. Wie zu Zeiten des
Inkareichs vereint der Ältestenrat die ganze Macht in seinen Händen. Er
erlaubte zwar zwar Anfang 1980 die Öffnung der Insel für Gäste, verhinderte aber bis
dato erfolgreich jegliche kommerzielle Nutzung durch inselfremde Investoren.
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